Account-Based Marketing (ABM)
Account-Based Marketing (ABM) im Detail
Der Ausgangspunkt ist eine begründete Auswahl: Für welche Unternehmen löst euer Angebot eine relevante Aufgabe, und könnt ihr diese Beziehungen sinnvoll betreuen? Unternehmensgröße, vorhandene Lösungen und Entwicklungsperspektiven können helfen. Dokumentiert, was bekannt ist und was erst überprüft werden muss. Eine Wunschkundenliste allein ist noch keine Account-Strategie.
ABM lässt sich unterschiedlich intensiv umsetzen. Bei 1:1 wird ein einzelnes Unternehmen individuell bearbeitet, bei 1:few eine kleine Gruppe mit ähnlichen Aufgaben, bei 1:many ein größerer Kreis mit gemeinsamen Merkmalen. Entscheidend ist die passende Betreuungstiefe. Ein automatisiert eingefügtes Firmenlogo erzeugt noch keine fachliche Relevanz.
Kaufentscheidungen können mehrere Rollen einbeziehen: Nutzung, fachliche Bewertung, Einkauf und Entscheidung. Prüft am tatsächlichen Vorhaben, welche Fragen beantwortet werden müssen. Ein technischer Nachweis, eine verständliche Wirtschaftlichkeitsrechnung und ein klarer Einführungsablauf können unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Niemand muss vorsorglich mit sämtlichen Inhalten oder über jeden Kanal angesprochen werden.
Vereinbart Zuständigkeiten und gemeinsame nächste Schritte. Führt mehrere Kontakte desselben Unternehmens nachvollziehbar zusammen, ohne aus jeder Interaktion eine neue Verkaufschance zu machen. Bewertet Fortschritte und vollständige Betreuungskosten je Account. Ein größerer Auftrag oder mehr Klicks belegt noch keinen zusätzlichen Effekt des ABM-Programms.
Beispiele
Hypothetisches Anwendungsbeispiel
Ein Anbieter von Produktionssoftware wählt Unternehmen mit ähnlichen Planungsaufgaben aus. Für eine vereinbarte Besprechung erhalten technische Beteiligte eine Schnittstellenübersicht und die Projektleitung einen realistischen Einführungsplan. Marketing und Vertrieb prüfen gemeinsam offene Fragen. Erst ein bestätigtes Vorhaben wird als konkrete Verkaufschance erfasst.
Wichtige Punkte
- Zielunternehmen anhand von Aufgabe, Passung und Betreuungskapazität auswählen.
- Inhalte auf konkrete Fragen der beteiligten Rollen ausrichten.
- Account-Fortschritt, Kosten und zusätzliche Wirkung getrennt beurteilen.
Anwendung im Marketing-Alltag
Wählt einen überschaubaren Kreis geeigneter Unternehmen. Beschreibt je Account das bekannte Anliegen, offene Annahmen, relevante Rollen und den nächsten vereinbarten Schritt. Prüft regelmäßig, ob die Auswahl und der Aufwand noch passen.
Sinnvolle Messgrößen
Bestätigte Account-Relevanz
Prüft, ob Bedarf und Angebot tatsächlich zusammenpassen.
Fortschritt im Vorhaben
Erfasst geklärte Fragen und vereinbarte nächste Schritte statt Kontaktmenge allein.
Wirtschaftlichkeit je Account
Berücksichtigt Akquise, Inhalt, Technik und persönliche Betreuung neben dem erzielten Ergebnis.
Häufige Fehler
- Große Unternehmen automatisch als hochprofitabel einstufen.
- Personalisierung auf Namen und Logos beschränken.
- Eine feste Zahl von Entscheidern oder pauschale Conversion-Steigerungen versprechen.
Quellen und Einordnung
- Salesforce: Account-Based Marketing
Grundprinzip und unterschiedliche Größenordnungen der Ansprache ausgewählter Unternehmen.
- OpenStax: Participants in the B2B purchase process
Rollen im Buying Center, darunter Informationsfilter, Einkauf und Einflussnehmende.
- Cranfield: Profitable Key Account Management
Strategische Kundenauswahl und die Bedeutung tatsächlicher Betreuungskosten.
Häufige Fragen zu Account-Based Marketing (ABM)
Nein. Es kann auch die Entwicklung bestehender Kundenbeziehungen unterstützen. Auswahl und Inhalte sollten sich am jeweiligen Bedarf orientieren.
Nicht zwingend. Gemeinsame Planung, aktuelle Informationen und verlässliche Bearbeitung sind die Grundlage. Zusätzliche Technik sollte eine konkrete Aufgabe besser lösen.
So viele, wie ihr mit der vorgesehenen Betreuungstiefe sinnvoll bearbeiten könnt. Eine feste Anzahl oder ein universelles Verhältnis zwischen 1:1, 1:few und 1:many ist nicht vorgegeben.
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